Kurzbiografie für Maria Silvia von Heeren, geb. Baldini (1939-2004)
 

„Durch Entdeckung von Bedeutung und Schönheit,
auch im Unscheinbaren,
kann man Kraft für das Alltägliche schöpfen.“

 
Das ist der Grundgedanke der Bilder von Silvia von Heeren
Silvia von Heeren bei einer ihrer Ausstellungen
Silvia von Heeren bei ihrer Ausstellung

„Schon als Kind musste ich aus einem inneren Drang, meine Eindrücke und Gedanken mit Bleistift und Pinsel aufzeichnen. Immer war es die unbewusste Suche nach dem Wesen, Kern oder Sinn einer Sache, Landschaft, Mensch oder Tier, die mich dazu trieb.
 
Später, beim Nachdenken über meine eigenen Bilder, fiel mir auf, dass jede Form, im Zusammenspiel mit dem Licht eine Bedeutung und auch eine Wirkung hat. Überall befindet sich ein Lebensgeheimnis, ein oft vergängliches flüchtiges Etwas, was man kaum anders als in gemalten Bildern ausdrücken kann, die nicht nur das kalte Sehen, sondern auch zugleich Empfindungen und Gedanken einfangen.
 
Nicht nur im Augenfälligen, Prachtvollen, Bekannten ist dieses Etwas enthalten, sondern auch im scheinbar Unwichtigen und sogar Fremden. Also gerade die Entdeckung des Verborgenen schenkt uns die größte Freude, weil sie uns alles interessant erscheinen lässt, sogar „gewöhnliche“, alltägliche Dinge!
 
Im gemalten Bild strahlt diese Kraft und Lebensfreude auch aus den Farben, den Lichtern und deren Harmonie.“
 
Silvia von Heeren fing Ende der 60er mit Bleistiftzeichnungen und Tempera an und ging dann Mitte der 70er auf die Ölmalerei über, wobei sie bald merkte, dass ihre damalige Malausbildung nicht ausreichte, um die verschiedenen Mal-Materialien völlig zu beherrschen. Daher befasste sie sich jahrelang eingehend mit dem Studium der Fachbücher der Malakademie, die die Handhabung der Malmittel lehren und die außerdem die eigene Farbherstellung wegen Frische und Lichtechtheit empfehlen. So begann Silvia Anfang der 80er Jahre aus unverschnittenen Farbpigmenten, nach den Richtlinien der Lehrmeister, sich Farben selbst zu reiben: z.B. Harzölfarben, Kalkkasein und Bienenwachsfarben. Auf diese Weise entstanden nach und nach verschiedenartige Malweisen auf verschiedenen Malgründen, da unterschiedliche Malmaterialien auch vielfältigere Ausdrucksmöglichkeiten bieten. Es gibt Bilder auf Malpapier, Holzplatten, Malkarton und Leinwand. Vielfältig sind auch die Motive der Bilder: mal aus spontanen Gefühlen, mal aus fast wissenschaftlicher Erforschung eines Objektes entstanden, sind sie dort mit schnellen knappen Strichen und hier in „akribischer“ Genauigkeit ausgeführt. Da die Selbstherstellung der Farben zeitraubend ist, verwendete die Malerin aber oft auch handelsübliche ölfarben oder Kreide, bunte Tuche und Aquarell, die schnelleres Arbeiten erlauben.
 
Diese Retrospektive ist ein Versuch, der Öffentlichkeit Silvias breite Palette an Stilrichtungen, Techniken und Motiven zu vermitteln. Einige der Gemälde sind dem interessierten Betrachter vielleicht aus früheren Ausstellungen bekannt und lagen der Malerin derart am Herzen, dass sie sich nicht davon trennen wollte. Andere hingegen hatte sie längst vergessen und werden hiermit zum ersten Mal der Allgemeinheit präsentiert. Dazu gehören z.B. zahlreiche Vogel-Studien und Falken-Portraits, die Pilz-Tafeln oder das Ölgemälde Neptunische Liebesspiele, aber auch Skizzen und Vorstudien zu späteren Bildern.
 
Gemäß der Annahme der Künstlerin, dass sich hinter jeder Form ein existentielles Geheimnis verbirgt, ist der Weg zu „Sinn-Bildern“, d.h. zu frei erfundenen Landschaften oder Menschen, die symbolisch wirken und zum Nachdenken anregen, nicht weit. Diese „Gedankenbilder“ – wie Silvia sie nannte –, auch abstrakter Art, kamen ab und zu im Werdegang der Malerin ans Licht. Auch davon sind einige zu sehen, z.B. Gefallene Sirene oder Dreieck mit Flügeln – die Kraft.
 
Silvia von Heeren hoffte immer, dass sich diese Kraft, die sie zum Malen drängte und die sich dabei erst richtig entfaltete, auf den Betrachter der Bilder übertragen möge:
 
„Hier in Niederbayern, mitten in Feldern, Blumen und bei Wald und Fluss konnte und kann ich in Ruhe mein Malen vertiefen. Schon als Kind musste ich, aus innerem Antrieb, meine Eindrücke und Gedanken mit Bleistift und Pinsel aufzeichnen. Es war damals, wie heute, die unbewusste Suche nach dem Wesen oder Sinn einer Sache, Landschaft, Mensch oder Tier, die mich dazu bewegte. Jede Form, Farbe, Komposition in meinen Bildern, im Zusammenspiel mit Schatten und Licht, bekommt eine Bedeutung und Wirkung, die man mit „kaltem Sehen“ nicht erreichen kann. Meine Bilder sind kein Abbild des Gesehenen, obwohl sie oft sehr realistisch sind. Ich versuche darin meine Empfindungen und Gedanken einzufangen. Gerade die Entdeckung des Verborgenen hinter den Dingen und manchmal auch hinter meinen Erinnerungen, lässt mich alles, auch das „Gewöhnliche“ interessant erscheinen und gibt mir viel Freude und Kraft. Ich habe mir jede Maltechnik mit viel Geduld, harter Arbeit, den technischen Ratschägen von Prof. Max Dörner folgend, selbst beigebracht. Schon 1972 fanden meine Bilder Interessenten und Käufer, so dass ich immer von neuem motiviert war, weiter zu malen. Mein Ziel ist es jedoch, wie immer, durchs Malen, die Aussenwelt mit meiner Innenwelt in Einklang zu bringen, diese Art Harmonie, die ich glaube, manchmal erreicht zu haben, möchte ich auch weiter vermitteln.“

 
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Maria Silvia von Heeren - Stationen ihres Lebensweges:

Silvia von Heeren Ausstellung und Retrospektive 2008
 

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